Meine Geschichte

 

Der Liebe wegen, bin ich im Jahr 1979 von Kalifornien (USA) nach Deutschland gekommen. Ohne ein Wort Deutsch zu sprechen, habe ich dabei schon einen kleinen Kultur- und Temperaturschock erlitten.

 

Erst nach dem sich mein damaliger Ehemann bei schwerer körperlicher Arbeit verletzt hatte und sich nicht mehr gerade aufrichten konnte, realisierte ich, dass es in Deutschland ein Defizit an „Chiropractoren“ gab. Daraufhin  ich nahm mein unterbrochenes Studium wieder auf, um „Chiropractor“ (Amerikanischer Fachbegriff der Berufsgruppe mit akademischer Ausbildung) zu werden.

 

 

Doctor of Chiropractic

 

In März 1985 schloss ich mein Studium am Palmer College of Chiropractic, USA ab und feiertr die Verleihung meiner Doktorwürde. Noch im gleichen Monat kehrte ich nach Deutschland zurück, um festzustellen, dass kaum jemand mit dem Begriff Chiropraktik etwas anfangen konnte. Viele dachten, Chiropraktik hätte etwas mit dem Bankwesen zu tun, „Chiro“ gleich „Giro“. Damals hat es mich irritiert aber jetzt denke ich, dass sie gar nicht so falsch lagen, da man mit dem Gang zum Chiropractor in seine Gesundheit investiert.

 

 

Pionier-Arbeit

 

Meine Herausforderung war es, den Menschen bewusst zu machen, dass ich Ihnen helfen konnte. Zu der Zeit bezahlten die Krankenkassen fast alles und die Deutschen legten ihre Gesundheit komplett in die Hände der Mediziner. Die Menschen übernahmen kaum eigene Verantwortung für ihre Gesundheit. Das war das extreme Gegenteil von meinen Patienten in der Klinik in Iowa, USA, in der ich mein praktisches Anerkennungsjahr absolviert habe.

 

 

Heilpraktiker

 

Damit ich überhaupt als Chiropractor in Deutschland arbeiten konnte, legte ich die Heilpraktiker-Prüfung ab. Dazu musste ich allerdings erst meine amerikanische Staatsbürgerschaft aufgeben und die deutsche annehmen. Im Laufe der Zeit haben EU-Abkommen für neue Gesetze gesorgt und heute ist es nicht mehr notwendig Deutscher zu sein um Heilpraktiker zu werden.

 

 

Palmer College of Chiropractic

 

Das Palmer College of Chiropractic (PCC) ist das erste und größte College für Chiropraktik. In den USA und in Kennerkreisen ist ein Abschluss vom PCC ein Qualitätssiegel. Durch meine Zeitungsanzeige zur Praxiseröffnung wurde eine Krankengymnastin auf mich aufmerksam, die amerikanische Chiropraktik bereits kennen und schätzen gelernt hatte. Außerdem besuchte mich ein Patient, der sonst sogar nach Süd-Frankreich fuhr, um sich von einem vom Palmer College graduierten Chiroprator behandeln zu lassen. Am Anfang haben diese beiden Personen durch ihre Empfehlungen meine Praxis zum Leben erweckt.

 

 

Die Freiheitsstatue (Lady Liberty)

 

Give me your tired, your poor,
Your huddled masses yearning to breathe free,
The wretched refuse of your teeming shore;
Send these, the homeless, tempest-tost to me,
I lift my lamp beside the golden door!

Zu Deutsch:

Gebt mir eure Müden, eure Armen,
Eure geknechteten Massen, die frei zu atmen begehren,
Die bemitleidenswerten Abgelehnten eurer gedrängten Küsten;
Schickt sie mir, die Heimatlosen, vom Sturme Getriebenen,
Hoch halt’ ich mein Licht am gold’nen Tore!

 

Am Anfang kamen die meisten Patienten und sahen in mir die „letzte Rettung“. Sie hatten alle Stationen der Gesundheits-maschinerie durch gemacht und hatten neben ihren Schmerzen nur einen kleinen Funken Hoffnung mitgebracht. Ich fühlte mich damals manchmal wie „Lady Liberty“.

 

Neben der eigentlichen Behandlung leistete ich viel seelische Aufbauarbeit, ich konnte nicht allen helfen, aber vielen. Diese dankbaren Patienten füllten meine Praxis mit anderen Hilfesuchenden. All denen, die mich unterstützten und mir vertrauten sei an dieser Stelle mein Dank ausgesprochen!

 

 

Ein Indianer kennt keinen Schmerz

 

Noch ein Gegensatz zu Amerika ist die deutsche Einstellung zu Schmerzen. Ein Deutscher beißt die Zähne zusammen und macht weiter und ein Amerikaner nicht. Die deutsche Sprache ist beispielhaft dafür: „Was einen nicht umbringt macht einen stärker“ oder „Ein Indianer kennt keinen Schmerz“. Diese Sätze kennt man in Amerika nicht. 

 

 

Schmerz als Freund

 

Schmerzen sind Hinweise unseres Körpers, dass etwas nicht in Ordnung ist. Es sind Zeichen, dass wir hinschauen sollen und Weckrufe, dass wir etwas ändern müssen. Der Körper sendet keine SMS oder Email, sondern schenkt uns Schmerzsignale. Wenn wir die Zeichen ignorieren oder betäuben, zwingen wir unseren Körper dazu noch deutlichere Signale zu senden, d.h. noch stärkere Schmerzen.

 

 

Oldtimer oder alter Hase

 

Ich war erschrocken, als mich das erste Mal ein junger Kollege Oldtimer nannte, obwohl ich noch in den Dreißigern war. Heute blicke ich auf mehr als 25 Jahre Berufserfahrung zurück und bin glücklich ein "alter Hase" zu sein. In dieser Zeit habe ich nicht nur gelernt auf mein Wissen zu vertrauen, sondern auch auf meine Intuition zu hören. All dies kommt meinen Patienten zugute und wenn sie sich gut fühlen, dann fühle auch ich mich gut.

 

 

Zarte Technik für alte Knochen

 

Mit der Zeit überlegte ich, wie lange ich diese körperlich anspruchsvolle Arbeit wohl ausüben könnte. Einerseits war ich sehr dankbar, dass ich meinen Traumberuf gefunden hatte, andererseits wusste ich, dass eine neue Technik mit weniger körperlichem Einsatz Vorteile bringen würde.

 

Durch ein Weiterbildungsseminar wurde ich auf Network Spinal Analysis (NSA) aufmerksam. NSA betrachtet den Mensch körperlich, mental, emotional, spirituell und erzielt nach einigen Behandlungen erstaunliche Ergebnisse.

 

Da NSA sehr stark in der Chiropraktik verwurzelt ist, bemerkte ich erst nach längerer Zeit, dass es sich primär um Energiearbeit handelt. Seit rund 10 Jahren befasse ich mich mit der NSA-Methode, und ihrer Form der Optimierung des Nervensystems. Diese erlaubt es den Menschen ihre Beschwerden ganzheitlich zu betrachten und sich nicht nur so gut wie vor dem Auftreten des Schmerzes, sondern sogar besser zu fühlen und sich gleichzeitig weiter zu entwickeln.

 

 

Ob mit klassischer Chiropraktik oder NSA, jeder ist genau richtig, wie und wo er jetzt ist und meine Aufgabe ist es, genau die Hilfe zu geben, die an der jeweiligen Stelle angebracht ist. Aus dem englischen übersetzt: „Man muss die Menschen abholen wo sie stehen.“

 

 

Zum Schluss

 

Sehr viele Menschen waren der Meinung, ein Homepage müsse her. Erst habe ich mich nicht so mitreißen lassen. Meine Praxis läuft gut und wieso dann der Aufwand? Es gibt schon sehr viele Informationen über Chiropraktik im Internet. Später habe ich gedacht: „Ich habe ein Handy und einen PC, warum nicht auch eine Homepage?“

 

Es ist nicht meine Absicht, meine Praxis und mich distanziert und neutral zu präsentieren, da es nicht unserer herzlichen und freundlichen Art entspricht. Patienten fühlen sich willkommen und es wird viel gelacht, obwohl wir auch keine Angst vor Tränen haben. Viele sagen, dass sie sich bei uns wie ein Freund aufgenommen fühlen.

 

Mein Wunsch ist es, Menschen einen Einblick in den Praxis-Alltag und in meine Philosophie zu geben.

Praxis für Chiropraktik

Lorraine C. Kemski

Doctor of Chiropractic

(Palmer College of Chiropractic,U.S.A.)

Heilpraktikerin


Rehkopfweg 17

64287 Darmstadt


Kontakt:


Tel.: 06151 42 90 700